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Hannah-Arendt-Schule
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BBS Hannah Arendt als Europaschule zertifiziert

Mit einer feierlichen Veranstaltung wurden wir am 18. November 2025 offiziell als Europaschule in Niedersachsen ausgezeichnet. Unser Schulleiter Herr Roisch begrüßte die Anwesenden und blickte auf den Weg zur Zertifizierung zurück: Das aufwendige Verfahren meisterten wir mit 104 von 140 möglichen Punkten – ein Ergebnis, das den langjährigen Stellenwert europäischer Bildung und Mobilität an unserer Schule eindrucksvoll bestätigt. Europäische Werte wie Freiheit, Demokratie und Solidarität werden seit vielen Jahren selbstverständlich an unserer Schule gelebt. Doch gerade in Zeiten des Brexits, wachsender nationaler Abschottung und des russischen Angriffskriegs, sei es wichtig, diese Werte sichtbar zu stärken und mit der Zertifizierung als Europaschule ein entschiedenes Zeichen zu setzen. Besonders stolz sei man, diesen Schritt unter dem Namen Hannah Arendt zu gehen. Herr Roisch dankte dem Team „Internationale Kooperationen“ rund um Sabine Kranz, Dörthe Garbers und Karin Hoffmann für den besonderen Einsatz im Zertifizierungsprozess.

Unser Schulpate Dodo Leo betonte in seiner Ansprache, dass Europa mit seinen 250 Sprachen und vielfältigen kulturellen Wurzeln ein einzigartiges Projekt sei. Obwohl viele Länder sich zunehmend abschotten, sei Europa wie ein Mosaik, dessen Stärke in seinen Einzelteilen liege. Er rief die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, die Chancen eines offenen Europas zu erkennen: „Auf euch kommt es an – ihr seid die Zukunft!“ Seinen Auftritt rundete er mit einem italienischen Lied zur Vielfalt ab.

Die niedersächsische Ministerin für Europa und regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, sendete ein Grußwort in Form einer aufgezeichnete Videobotschaft. Sie betonte, dass Austausch und Begegnung „gelebte Demokratie“ seien – etwas, das an den BBS Hannah Arendt vorbildlich umgesetzt werde. Ihr Dank galt dem großen Engagement der gesamten Schulgemeinschaft.

Daran anschließend berichteten ehemalige Teilnehmende, unter der Moderation von Sabine Kranz, von ihren wertfolgen Erfahrungen im europäischen Ausland:

In Österreich (Wien) arbeiteten angehende Verwaltungsfachangestellte sowie Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen in der Stadtverwaltung. Sie betonten, dass europäische Werte überall spürbar seien: Brücken bauen statt Mauern errichten – und dass die Anerkennung der Berufsausbildung es ermöglicht, in vielen europäischen Ländern tätig zu sein.

Berufsfachschüler in Schweden (Örebro) nahmen am Unterricht der Partnerschule teil, unter anderem in Deutsch, Englisch und verschiedenen Projektkursen. Sie erhielten umfassende Einblicke in das Unterrichtsgeschehen, das Schulleben und zahlreiche gemeinsame Aktivitäten mit schwedischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften.

Auch in den Niederlanden (Leeuwarden) besuchten Berufsfachschüler den Unterricht in Fächern wie Niederländisch und Wirtschaft. Der praxisnahe Unterricht, die sprachlichen Fortschritte sowie das selbstständige Leben - vom Einkaufen bis zum Kochen – prägten ihren Aufenthalt besonders.

Auszubildende zur Versicherungskauffrau bzw. zum Versicherungskaufmann verbrachten ihren Austausch in Irland (Dublin). Untergebracht in Gastfamilien arbeiteten sie in verschiedenen Praktikumsbetrieben, oft außerhalb ihres eigentlichen Ausbildungsbereichs, um neue Berufsfelder kennenzulernen.

In Frankreich (St. Etienne) absolvierten Auszubildende im Bereich Schutz und Sicherheit Praktika und stellten deutliche Unterschiede zwischen den Ausbildungssystemen beider Länder fest. Sie betonten, wie wertvoll und besonders ein solcher Austausch sei – geprägt von herzlicher Gastfreundschaft und Offenheit.

Die Aufenthalte in Polen führten nach Krakau und Poznań. Neben Begegnungen mit ukrainischen Studierenden standen gemeinsame Projekte und kulturelle Aktivitäten im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden hoben hervor, dass Europa nicht nur Vielfalt bedeutet, sondern vor allem Zusammenhalt.

Ein großes Austauschprojekt fand auf Malta statt: 33 angehende Industriekaufleute arbeiteten dort in unterschiedlichen Bereichen, oft abseits ihres eigentlichen Berufsfeldes. Untergebracht in Apartments sammelten sie vielfältige berufliche und kulturelle Eindrücke und knüpften neue Kontakte in ihren Betrieben.

Diese vielfältigen Erfahrungen zeigen eindrucksvoll, wie europäische Mobilitäten das Lernen bereichern, Horizonte erweitern und den europäischen Gedanken im Alltag lebendig machen. Sabine Kranz schloss die Präsentationen mit einem Zitat von Mark Twain: „Reisen ist tödlich für Vorurteile.“

Zum Abschluss erinnerte Herr Dr. Gaida, schulfachlicher Dezernent des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung in Hannover, daran, dass Europa vor allem eine Idee sei: „Wir sind stärker, wenn wir zusammenhalten.“  Die vielen Projekte der BBS Hannah Arendt zeigten, wie lebendig diese Idee an der Schule bereits sei. Mit der Zertifizierung als Europaschule gehe die Schule nun ein klares Versprechen ein: offen zu bleiben, neugierig zu sein und über den Tellerrand zu schauen.

Mit der feierlichen Übergabe der Europaschul-Plakette endete die Veranstaltung - und zugleich begann ein neuer Abschnitt im europäischen Engagement der BBS Hannah Arendt.